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Veranstaltungen

Die Naturforschende Gesellschaft NFG bietet eine Vielzahl von Veranstaltungen zu naturwissenschaftlichen Themen an. In diesem Rahmen erhalten die Mitglieder, aber auch weitere Interessierte aus erster Hand aussergewöhnliche fachspezifische, wissenschaftliche Informationen und Erkenntnisse.

Jahresprogramm 2016 – Schwerpunktsthema Wasser

Aus historischen und aktuellen Gründen widmen wir uns im 2016 brennenden Fragen rund um das Wasser. Das 100-jährige Jubiläum der Seenforschung in Kastanienbaum betrifft und berührt die NGL.

1916 gründete Hans Bachmann, Luzerner Kantonsschulprofessor und bekannter Erforscher der Algen des Süsswassers, mit Hilfe der Naturforschenden Gesellschaft Luzern in Kastanienbaum am Vierwaldstättersee eine kleine Forschungsstätte, die in den folgenden Jahren durch wissenschaftliche Arbeiten über die pflanzlichen Kleinstlebewesen des Süsswassers (Phytoplankton) zu internationalem Ansehen gelangte. 1938 konnte das zu klein gewordene Laboratorium durch einen bescheidenen Neubau ersetzt werden.

Der im Besitze der Naturforschenden Gesellschaft Luzern befindliche Betrieb wurde nach Bachmanns Tod 1940 in seinem Geist weitergeführt; die Aktivität ging aber ständig zurück, und gegen Ende der fünfziger Jahre wurde das Laboratorium in der wissenschaftlichen Welt kaum mehr beachtet. Damit hatte das Forschungs- und Lehrgebiet der Hydrobiologie und Limnologie in der Schweiz einen bedenklichen Tiefstand erreicht.

Diese Forschung wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts vom Lausanner Prof. F. A. Forel begründet und hatte durch mehrere grundlegende Werke internationalen Ruf erlangt. Nach einer bemerkenswerten Blüte an Schweizer Universitäten wurde sie jedoch zuletzt nur noch in Kastanienbaum intensiv gepflegt und drohte dann nach dem Hinschied Bachmanns ganz zu verschwinden. Nur an der ETH wurde Hydrobiologie nach 1945 noch als Lehrfach geführt, dies zu einer Zeit, in der in allen Nachbarstaaten hydrobiologische und limnologische Institute ihre Tätigkeit nie eingestellt hatten, trotz Nachkriegsschwierigkeiten.

1952 übernahm der Dozent für Hydrobiologie an der ETH, Prof. O. Jaag, das Amt des Direktors der eawag (Eidg. Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz an der ETHZ). Er gründete eine Sektion für Hydrobiologie, wodurch dieses Fach eine tragfähige Grundlage für eine moderne Forschungstätigkeit erhielt,
allerdings unter strak beschränkten räumlichen Verhältnissen. Vor allem fehlten Räume und Einrichtungen zur experimentellen Seenforschung.

Auf eine Initiative des damaligen Luzerner Kantonschemikers Dr. Fritz Adam bot 1958 die Naturforschende Gesellschaft Luzern ihr Laboratorium der ETH an, welche es nach einem befriedigend verlaufenen Probejahr 1960 als Schenkung entgegennahm unter der vertraglichen Bedingung, es der hydrobiologischen Forschung zu erhalten und den Namen «Hydrobiologisches Laboratorium Kastanienbaum» weiterzuführen.

nach: Schweizerische Bauzeitung, 91. Jg. H. 1, 04.01.1973


Wir beteiligen uns im Rahmen des Jubiläums an den Einblicken in die Forschung der eawag in Kastanienbaum und beschäftigen uns selber mit Ab-, Hoch- und Trink-Wasser. Dazu führen wir drei Podien mit zugehörigen Exkursionen durch.

Der Vorstand empfiehlt Ihnen herzlich den Besuch unserer Veranstaltungen – und diese über den Mitgliederkreis hinaus bekannt zu machen. Eine besondere Begegnung unter den Mitgliedern ist jeweils unsere GV, welche am 15. März 2016 stattfindet und wiederum mit einem überraschenden Rahmenprogramm aufwarten wird.

 
 
 
 
 
 
 
  • Moosflora des Kantons Luzern

    Moosflora des Kantons Luzern

    Freitag, 30. September 2016 Luzern

    BUCHVERNISSAGE

    Die NGL und das Natur-Museum Luzern laden zur Buchvernissage vom Mitteilungsband 40 der Naturforschenden Gesellschaft Luzern.

  • Golden-Age-Wanderung

    Golden-Age-Wanderung

    Donnerstag, 06. Oktober 2016 Hertenstein

    EXKURSION

    Auf guten Wegen rund um die Halbinsel Hertenstein geniessen wir die Herbststimmung in den Kastanienhainen, Obstgärten und Rebbergen.

  • Wer tränkt die Welt?

    Wer tränkt die Welt?

    Dienstag, 18. Oktober 2016 Natur-Museum Luzern

    PODIUM

    Podium zum Thema Wasser, dem Elixier des Lebens. Der Kampf um Wasser wird weltweit auf allen Ebenen und mit allen Mitteln geführt.

  • Wieviel will Luzern wissen?

    Wieviel will Luzern wissen?

    Freitag, 21. Oktober 2016 Natur-Museum Luzern

    SYMPOSIUM MIT PODIUM

    Symposium mit Podium zur Zukunft des Bildungs- und Wissensplatzes Luzern

Themenverwandte Veranstaltungshinweise

Vollenweider Lectures 2016/17 zum Thema «Klimawandel»

Namhafte Wissenschafter stellen vor: Rolle der Ozeanen als Kohlenstoffsenke; Sammlung und Interpretation von Umweltdaten; Szenarien für die Zukunft des blauen Planeten; Klimawandel als ökonomische Chance; Auswirkungen auf das Nistverhalten von Zugvögeln.

Die Richard Vollenweider Lectures bringen Luzerner Gymnasiasten/innen, angehende Primar -und Sekundarlehrpersonen sowie interessierte Laien mit aktueller naturwissenschaftlicher und technischer Forschung in Kontakt; die Lectures ehren dabei auch die grossen Leistungen des 2007 verstorbenen Luzerner Umweltwissenschaftlers Richard Vollenweider. www.vollenweiderlectures.ch

Alle Vorträge finden in der Aula der Kantonsschule Musegg Luzern, Museggstrasse 22, Luzern statt. Sie sind öffentlich und der Eintritt ist frei.


Montag, 5. September 2016, 19.00 Uhr

«Zwischen Himmel und Eis – La glace et le ciel»

Dokumentarfilm von Luc Jacquet, Frankreich 2015

«Mit atemberaubenden Landschaftsaufnahmen und spektakulärem Archivmaterial erzählt Oscar®-Preisträger Luc Jacquet die abenteuerliche Geschichte des Polarforschers Claude Lorius, der sein Leben dem Eis gewidmet hat.»

Die Vorführung wird durch Dr. Samuel Nussbaumer, Glaziologe an der Universität Zürich, und Elmar Gross Ruse, Energie- und Klmaspezialist des WWF Schweiz, begleitet. Die beiden Experten werden anstelle des 84-jährigen Lorius nach dem Film für Fragen bereitstehen.

Claude Lorius
Lorius nahm an über 22 Polarexpeditionen teil und forschte ab 1957 mitten im antarktischen Inlandseis. 1965 folgten erste Efahrungen mit Eisbohrkernen. Dank einer Methode zur Temperaturrekonstruktion konnte nun das Klima der letzten Jahrtausende zurückverfolgt werden.

Samuel Nussbaumer
Nussbaumer, zurzeit an den Universitäten Zürich und Freiburg tätig, erhebt und sammelt Daten zu Gletscherveränderungen. Er beschäftigt sich mit dem Gletscherschwund: mit einer der Folgen der von Lorius belegten, anthropogen bedingten, rasanten Kohlenstoffdioxid-Zunahme der Erdatmosphäre seit der Industriealisierung.

Elmar Grosse Ruse
Elmar Grosse Ruse ist seit Mai 2012 beim WWF Schweiz, derzeit als Abteilungsleiter Klima und Energie a.i. Elmar Grosse Ruse studierte in Deutschland und Schottland Psychologie, Umweltökonomie und Politikwissenschaften.

Freitag, 16. September 2016, 12.15-13.00 Uhr

«Die Ozeansenke für CO2: Gewinner und Verlierer»

Vortrag von Prof. Dr. Nicolas Gruber

Rund 26% der CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen und Landnutzungsänderungen werden von den Weltmeeren aufgenommen und langfristig gespeichert. Diese «CO2-Senke» verringert den Anstieg der atmosphärischen CO2-Konzentration und dadurch die Erderwärmung. Eine immense Ökosystemdienstleistung. Ohne sie wäre die atmosphärische CO2-Konzentration schon vor einiger Zeit über das Niveau hinausgeschossen, das mit dem Ziel kompatibel ist, die durchschnittliche Lufttemperatur um höchstens 2°C zu erhöhen. Der Vortrag von Prof. Nicolas Gruber zeigt auf, wovon die CO2-Senke der Ozeane abhängt und wie sie sich in den kommenden Jahren entwickeln dürfte. Insbesondere wird dabei die Meeresversauerung thematisiert.

In einem Studienjahr an der «Scripps Institution of Oceanography» in La Jolla, Kalifornien, entdeckte Gruber seine Leidenschaft für die Erforschung der Auswirkungen menschlichen Handelns auf den globalen Kohlenstoffkreislauf. Nach der Erlangung seines Diploms an der ETH und dem Doktorat an der Uni Bern forschte er drei Jahre an der Princeton University in New Jersey, bevor er an die University of California in Los Angeles wechselte. Seit 2006 lehrt und forscht Gruber als Professor für Umweltphysik an der ETH Zürich.

Freitag, 28. Oktober 2016, 12.15-13.00 Uhr

«Klimawandel und Landwirtschaft – Schulklassen forschen mit»

Vortrag von Dr. Eric Wyss

Dr. Eric Wyss stellt das Projekt LERNfeld vor, wo Schülerinnen und Schüler in Begleitung von Jungforschenden auf Bauernbetrieben spannenden Forschungsfragen nachgehen und selbst Untersuchungen anstellen. Die Mitwirkung von Schulklassen wird thematisiert und erste Resultate können vorgestellt werden.

Wyss studierte an der Universität Basel Biologie und promovierte an der Uni Bern. Er befasste sich mit der biologischen Regulierung von Schädlingen in Obstanlagen. Danach war er über 15 Jahre am Forschungsinstitut für biologischen Landbau in Frick in der angewandten Forschung tätig mit Forschungsschwerpunkt Entwicklung neuer Methoden zur Regulierung von Schädlingen in diversen Kulturen. Er leitete die Forschungsgruppe Pflanzenschutz-Entomologie, bevor er 2009 Vizedirektor wurde.

2011 wechselte Wyss zu GLOBE Schweiz, einem internationalen Umweltbildungsanbieter, und ist dort Geschäftsführer. Er initiierte und leitet nun das Projekt LERNfeld, das unter anderem den Dialog zwischen Forschung, Bildung und Praxis zum Ziel hat.

Montag, 30. Januar 2017, 12.15-13.00 Uhr

«Klima und Mensch. Eine 12'000-jährige Geschichte»

Vortrag von Prof. em. Dr. Heinz Wanner

Im ersten Teil des Vortrages wird die Dynamik des Klimasystems beschrieben. Danach werden kurz die Methoden vorgestellt, mit denen das Klima in Zeiträumen von Jahrhunderten bis Jahrtausenden rekonstruiert oder simuliert wird. Wichtig sind dabei die sogenannten Klimaproxies sowie die Erdsystemmodelle. Im dritten Teil wird anhand des Klimaverlaufes der letzten 12'000 Jahre gezeigt, welche Prozesse zu längerfristigen Klimaschwankungen mit zum Teil extremen Ausschlägen geführt haben. Im letzten Teil wird der Frage nachgegangen, wie weit verschiedene Gesellschaften der Erde durch extreme Klimaereignisse beeinflusst wurden.

Wanner befasst sich als Klimaforscher mit regionalen bis globalen Klimaschwankungen und deren Auswirkungen auf menschliche Gesellschaften. Von 2001 bis 2007 war er Direktor des Nationalen Forschungsschwerpunkts Klima.

Zudem hat er das renommierte Oeschger-Zentrum für Klimaforschung in Bern mitgegründet. Er arbeitete ausserdem am 4. und 5. Sachstandsbericht des UN-Klimarats IPCC mit. 2006 gewann Wanner mit dem Prix Vautrin Lud den inoffiziellen Nobelpreis für Geographie. Er ist Ehrenmitglied der Schweizer Akademie der Wissenschaften, Mitglied der Leopoldina, erhielt 2005 die Ehrenmedaille der Masaryk-Universität Brünn und 2009 die Ehrendoktorwürde der Humboldt-Universität Berlin.

Donnerstag, 6. April 2017, 12.15-13.00 Uhr

«Umwelt schützen und Geld verdienen – kann man das?»

Vortrag von Renat Heuberger

«Klimaschutz ist wichtig, aber extrem teuer!» – «Solarstrom ist sauber, aber leider unbezahlbar!» – «Biologisch essen ist gesund, aber nur wenn du dir's leisten kannst!» Solche und ähnliche Kommentare hören wir häufig. Nur sind sie schlicht falsch. In fast allen Fällen lohnt sich der Umweltschutz auch finanziell. Gleichzeitig sind Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Energiewende drauf und dran, sich als riesiges Geschäft zu entpuppen. Renat Heuberger, Mitgründer von myclimate und heute CEO der global tätigen South Pole Group, debattiert mit Ihnen die Missverständnisse rund um den Umweltschutz.

Heuberger wurde 1976 in Zürich geboren. Er hat Umweltnaturwissenschaften an der ETH Zürich studiert sowie ein Nachdiplomstudium in «sozialem Unternehmertum» an der INSEAD business school abgeschlossen. Noch als Student rief er 2002 die Schweizer Stiftung myclimate ins Leben, die es Flugreisenden ermöglicht, die emittierten Treibhausgase zu kompensieren. Zusammen mit Gleichgesinnten gründete er 2006 die South Pole Group, der er noch heute vorsteht. Die Gruppe entwickelt gewinnbringende CO2-Reduktions-Konzepte für Firmen. In den letzten zehn Jahren konnte die South Pole Group über 500 Projekte finanzieren, wobei insgesamt über 50 Millionen Tonnen CO2 eingespart wurden.

Dienstag, 2. Mai 2017, 12.15-13.00 Uhr

«Auswirkungen der Klimaerwärmung auf Ökosysteme»

Vortrag von Dr. Beat Naef-Daenzer

Klimaveränderungen beeinflussen die Lebenszyklen vieler Tierarten und bewirken rasche Verschiebungen in der Verbreitung von Arten. Die Wirkungskette, die bei kontinentweiten Klimafaktoren beginnt und bis zu den Lebensbedingungen und dem Fortpflanzungsverfahlten der einzelnen Tiere reicht, ist erst ungenügend geklärt. Eine Ausnahme sind die Langzeitbeobachtungen an Vögeln. Am Beispiel des Brutverhaltens von Kohlmeisen kann der Einfluss globaler Luftdrucksysteme über regionale Wetterbedingungen bis zu den individuellen Brutentscheidungen nachverfolgt werden.

Naef-Daenzer untersuchte während seiner Forschungstätigkeit die Auswirkungen von Lebensmittelressourcen auf die Rangabfolge innerhalb eines Gämsrudels, das Verhalten von Gämse und Hirsch in Graubünden und Wallis sowie von Wasservögeln in England und das Verhalten und die Raumorganisation von Murmeltieren.

Seit 1984 ist er an der Schweizerischen Vogelwarte in Sempach tätig und für Biostatistik zuständig. Seit 1998 ist er stv. Leiter der Abteilung «Ökologie und Verhalten», seit 2003 leitet er die ökologische Forschungsgruppe.

Naef-Daenzer wirkte zeitweilig auch als Co-Editor einer euopäischen ornithologischen Zeitschrift. 2010 erhielt er für seine Verdienste den «Hans-Löhrl»-Preis der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft.

Golden-Age-Wanderung