Naturforschende Gesellschaft Luzern
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17. November 2008

Projekt:
Kartografie der Zentralschweiz

Projektleitung: Madlena Cavelti Hammer, Geografin


Ausschnitt aus der vor kurzem aufgefundenen Manuskriptkarte Plan du Canton de Zug von Franz Ludwig Pfyffer, um 1780, 1:50'100, südoreintiert. Dies ist die älteste Karte des Kantons Zug, die auf einer Vermessung beruht.



Reliefkarte der Centralschweiz von Xaver Imfeld, 1887, 1:100'000, südwestoreintierte Karte mit einer parallelperspektivischen Verkürzung in der Senkrechten. Die Berge erscheinen herausragend. Tatsächlich wurden sie in der Konstruktion um 45° aufgerichtet.

Zielsetzung
Das gesamte kartografiehistorische Material wird für Studierende, kantonale Stellen, interessierte Fachleute und Laien leicht zugänglich gemacht. Dazu braucht es eine fachgerechte Übersicht über die Bestände. Ein Inventar wird erstellt, welches diese Bestände über das Gebiet der Kantone Uri, Schwyz, Ob- und Nidwalden, Luzern und Zug bis zum Jahr 2000 digital umfasst. Der Katalog enthält also sämtliches kartografiehistorisches Material der Zentralschweiz. Es sind dies Karten, Pläne, Panoramen und Reliefs. Das Material ist zudem wissenschaftlich zu reflektieren, mit dem Ziel, eine Vermessungs- und Kartengeschichte der Zentralschweiz zu erstellen. Der Arbeitstitel dieser geplanten Publikation lautet: „Kartografie der Zentralschweiz - von den Anfängen bis 2000“.

Trägerschaft und Unterstützung
Universität Bern, Prof. Dr. Hans-Rudolf Egli; Universität Luzern, Prof. Dr. Jon Mathieu; Schweizerische Arbeitsgruppe für Kartengeschichte; Bundesamt für Landestopografie; Naturforschende Gesellschaft Luzern; Kanton Luzern; Staatsarchive Luzern, Nidwalden und Schwyz; Stiftungen und Private.

Ausgangslage
Das ganze Projekt erstreckt sich über drei Jahre - beginnend ab 2008 - und wird in drei Teilprojekte unterteilt, die je in sich selber abgeschlossen sind:

Erstes Teilprojekt: Abschätzen des Karten- und Planbestandes

Zweites Teilprojekt: Inventarisieren der Bestände

Drittes Teilprojekt: Wissenschaftliche Bearbeitung und Publikation

Erste Zwischenbericht
Mit dem ersten Zwischenbericht liegen seit Oktober 2008 die Ergebnisse des ersten Teilprojekts „Abschätzen des Karten- und Planbestandes“ vor.  Ausgezählt wurden die Bestände der Staatsarchive und der Bibliotheken der Zentralschweiz, der Klosterarchive und einzelner Museen, die Bestände der Staatsarchive der angrenzenden Kantone (ZH, BE, AG, VS, TI, GR, GL, SG) und weiterer bedeutender Kartensammlungen.

Die Auszählung ergab ein Total von rund 18‘500 Karten und Plänen. Es darf festgestellt werden, dass erfreulicherweise ein überaus grosser Bestand an Karten und Plänen der Zentralschweiz vorliegt. Gemessen an der Einwohnerzahl und an der Anzahl Gemeinden besitzt der Kanton Uri gemäss der vorliegenden Auszählung weit überdurchschnittlich viele Karten und Pläne, der Kanton Schwyz unterdurchschnittlich viele. Die Erfassung des Kartenmaterials ist auf recht unterschiedlichem Stand. Es zeichnet sich ab, dass überall Listen und Tabellen entstehen, die jedoch z.T. nur internen Zwecken dienen. Der Weg zu einer einheitlichen, benützerfreundlichen Datenbank erscheint noch recht steinig. Die Erschliessung dieses Kartenmaterials erfolgt nicht zuletzt auch aus Gründen des Kulturgüterschutzes und hat somit einen Doppelzweck. Neben dem Objektschutz ist der Katalog eine Dienstleistung für Dritte, für künftige Benützer und Benützerinnen.

Im Bereich der Privatarchive wie Klöster und Korporationen verlief die Umfrage „Abschätzen des Karten- und Planbestandes“ zu wenig erfolgreich, resp. war diese gar nicht vorgesehen. Auf Grund der vielen Rückmeldungen sollen deshalb die Recherchen dort intensiviert werden.

Aus zeitökonomischen Gründen werden im nächsten Arbeitsschritt für die Erfassung drei Vertiefungsstufen angewendet. Je nach dem, wie selten oder einmalig das Kartenmaterial ist, gibt es eine minimale, eine mittlere und eine maximale Erfassung. Die wissenschaftliche Bearbeitung kann dort in Angriff genommen werden, wo Teilbereiche des Quellenmaterials erfasst sind. Dies gibt auch die Möglichkeit, bereits im Vorfeld der eigentlichen Publikation „Kartografie der Zentralschweiz - von den Anfängen bis 2000“ durch kleine Ausstellungen, Medieninformationen und Hinweisen im Internet auf die kulturhistorische Bedeutung dieses Kartenmaterials aufmerksam zu gemacht.

Madlena Cavelti Hammer
Untermattstrasse 16
6048 Horw 
madlena@editioncavelti.ch

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