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4. Dezember 2004:
20 Jahre nach der Gaskatastrophe
von Bhopal |
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| Vor 20 Jahren hat sich im indischen Bhopal die schlimmste Chemiekatastrophe aller Zeiten ereignet. Das Leiden dauert heute noch an: Mehr als 20'000 Menschen sind an den Folgen gestorben und Abertausende sind ihr Leben lang krank. Die stillgelegte Fabrik, aus der damals das tödliche Gas entwichen ist, vergiftet als marode Altlast noch immer das Grund- und Trinkwasser von Bhopal. Das Vorstandsmitglied der NGL, der Geologe Dr. Franz Schenker aus Meggen, wurde von Greenpeace damit beauftragt, zusammen mit Ingenieuren und Chemikern in einem unabhängigen Team ein Sanierungsprojekt für die Altlast auszuarbeiten. Er hat uns folgende Bilder aus seiner Arbeit in Indien zugestellt. |
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Geologisches Profil von Bhopal |
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Geologisches Profil
Der präkambrische Vindhyan Sandstein ist in Bhopal als sehr harter und massiger Quarzit ausgebildet. Dadurch hat er weder primäre Porosität noch Permeabilität. Das Grundwasser kommt nur in Klüften und Rissen vor. Durch die auf dem Betriebsareal freigesetzten Chemikalien, es handelt sich vor allem um Pestizide und um chlorierte Kohlenwasserstoffe, wird das Grundwasser bis in grosse Tiefen belastet.
Die Deccan Trap Basalte sind in der Kreidezeit ausgeflossen und füllen die Täler des alten Reliefs aus. Zwischen den einzelnen Lavadecken fliesst Grundwasser, welches wie jenes aus den Klüften des Sandsteines mittels Handpumpen aus Bohrungen an die Oberfläche gefördert und zu Trink- und Brauchwasser genutzt wird. Die für Trinkwasser geltenden Grenzwerte werden bis 2000 fach überschritten. |
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Grundwasserbrunnen |
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Grundwasserbrunnen
Wo das Grundwasser stark mit Chemikalien belastet sind, wurden die Handpumpen rot angestrichen. Aus Wassermangel wird trotzdem gepumpt. |
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Deponie |
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Deponie
Ausserhalb des ehemaligen Fabrikareals wurde vor ein paar Jahren eine Deponie mit Abfällen der Säure-Neutralisation angelegt. Leute aus der Nachbarschaft haben die Abdichtung der Deponie aufgebrochen und die Kinder graben nun das feinkörnige Deponiematerial aus um die Fussböden in ihren Unterkünften aufzuschiften, damit während der Monsoonzeit das Wasser nicht von der Strasse in die Räume flisst. |
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Produktionsanlage |
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Produktionsanlagen
Auf dem Fabrikareal sind die meisten Produktionsanlagen noch vorhanden. Die Installationen rosten allmählich durch und die im Innern der Gefässe noch vorhandenen Pestizide fallen auf den Boden. Polizisten versuchen zu verhindern, dass Leute und Haustiere in das ungenutzte, 40 Hektaren grosse, mitten in der 1.2 Millionenstadt Bhopal liegende Areal eindringen. |
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