Naturforschende Gesellschaft Luzern
-

24. Januar 2005

Schweizer Gletscher ziehen sich weiter zurück

Die Mehrzahl der Schweizer Gletscher hat während der vergangenen Messperiode 2003/04 weiter an Länge verloren. Der Massenverlust hielt sich in Grenzen, vereinzelt konnten die Gletscher sogar etwas zulegen. Zu diesem Ergebnis führte eine erste Analyse der Messungen, welche im vergangenen Herbst im Rahmen der jährlichen Erhebungen durch die Glaziologische Kommission der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz in Zusammenarbeit mit ihren Partnern durchgeführt wurden.

Von den 110 beobachteten Gletschern des Messnetzes sind die Auswertungen an 90 Gletschern abgeschlossen. Das allgemeine Bild präsentiert sich ähnlich wie in den vorangegangenen Jahren: die Mehrheit der Gletscher hat in der abgelaufenen Beobachtungsperiode weiter an Länge eingebüsst. Während sich 75 zurückzogen, wurde an 8 ein geringer Vorstoss registriert. Weitere 7 Gletscher veränderten ihre Zungenposition nicht. Die registrierten Maximalwerte zeigen einen Rückzug von 134 Metern am Triftgletscher (BE) und einen Vorstoss von 10 Metern am Morteratschgletscher (GR). Der mit Abstand grösste Rückzugswert beim Triftgletschers steht im Zusammenhang mit dem die Zunge umgebenden See. Die vereinzelten positiven Messwerte sind durch lokale Phänomene an der Zunge begründet und entsprechen keinem eigentlichen Gletschervorstoss als Reaktion auf vergangene kühlere und niederschlagsreichere Witterung.

Zusätzlich zur Veränderung der Gletscherlänge wurde der Massenhaushalt – die Bilanz zwischen Schneezuwachs und Eisabtrag - an den 3 Gletschern Basòdino (TI), Gries (VS) und Silvretta (GR) bestimmt. Im Gegensatz zur Längenänderung widerspiegelt der Massenhaushalt deutlicher die klimatischen Verhältnisse des vergangenen Jahres. Während der Griesgletscher im Nufenengebiet und der benachbarte Ghiacciaio del Basòdino im Nordtessin einen Massenverlust erfahren haben, wurde am Silvrettagletscher im hinteren Prättigau eine geringe Zunahme festgestellt. Derartige regionale Unterschiede wurden in den vergangenen Jahren wiederholt beobachtet.

Kontakt: Dr. Andreas Bauder, Glaziologische Kommission der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der VAW / ETHZ, bauder@vaw.baug.ethz.ch, Tel. 01 632 41 12, http://glaciology.ethz.ch/swiss-glaciers/

Absender: Laura Frischknecht, Akademie der Naturwissenschaften Schweiz, Schwarztorstr. 9, 3007 Bern
frischknecht@scnat.ch, Tel. 031 310 40 39


Weitere Informationen zum Thema Klima:
http://www.climate.unibe.ch

[Der Verein] [Veranstaltungen] [Forschungsförderung] [Jugendforum] [Warum...?] [Aktuelle Themen] [Diskussionsforum] [Publikationen] [Links] [Kontakte] [Suchen]

© 2005 Naturforschende Gesellschaft Luzern
Created by Felder Internetdesign

--

--