Von Blumen und Früchten
Warum verlieren Bäume im Herbst ihre Blätter?
Im Herbst werden die Tage kürzer. Dadurch wird die Erde nicht mehr so stark erwärmt und die Bodentemperatur sinkt. An beidem, vor allem aber an der geringeren Lichtmenge, erkennen die Bäume, dass es Winter wird. Der Winter mit Frost aber ist für die Bäume und andere Pflanzen eine sehr gefährliche Zeit. Denn sobald der Boden gefroren ist, können sie mit ihren Wurzeln kein Wasser mehr aus der Erde saugen, um die Blätter zu versorgen. Darum beginnt der Baum, sich im Herbst auf eine Art Winterschlaf vorzubereiten. Ebenso, wie der Baum bisher Nährstoffe und Flüssigkeit in seine Blätter transportiert hat, schaltet er jetzt in den "Rückwärtsgang". Er saugt Nährstoffe wieder durch Zweige und Äste zurück und speichert sie in tiefer gelegenen Schichten der Baumrinde und in den Wurzeln. Durch den Wind trocknen gleichzeitig die Blätter aus. Und dort, wo sie mit ihrem Stiel am Zweig sitzen, bildet sich eine kleine Narbe. Diese Narbe soll verhindern, dass beim Abfallen des völlig vertrockneten Blattes eine offene Stelle am Baum zurückbleibt.
Lit. Mathias Jörg Müller-Michaelis, "Warum ist die Banane krumm?", 1999 Südwest Verlag, München, ISBN 3-517-07817-4
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